Antikriegstag 2020 – Bundesweite Demonstrationen der Friedensbewegung

akt2020-1c
akt2020-2c
akt2020-3c
akt2020-4c
akt2020-5c
akt2020-6c
akt2020-7c
previous arrow
next arrow

Bundesweit demonstriert die Friedensbewegung mit zahlreichen Veranstaltungen und Kundgebungen am Antikriegstag für den Frieden und gegen den Krieg.

Am 1. September 1939 begann der zweite Weltkrieg mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen. Im Mai 1940 Frankreich und Juni 1941 dann der Überfall auf die Sowjet Union und andere osteuropäische Staaten.
In den von der Wehrmacht besetzten Ländern begann eine beispiellose Verfolgung und systematische Vernichtung der jüdischen Bevölkerung, der Sinti und Roma, der Homosexuellen, der Kommunisten, der PazifistInnen und all derjenigen, die Widerstand leisteten

Hier der Aufruf-Flyer

 

Bernd Meimberg Rede am 5.9.2020 in Lübeck. Es gilt das gesprochene Wort:

Bundesweit demonstriert die Friedensbewegung mit zahlreichen Veranstaltungen und Kundgebungen am Antikriegstag für den Frieden und gegen den Krieg, für Abrüstung statt Aufrüstung.
Zu dieser Kundgebung haben aufgerufen:
die deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner, Lübeck, der deutsche Gewerkschaftsbund DGB Region Schleswig-Holstein-Südost – , die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, Food not Bombs und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Bund der Antifaschisten VVN BdA – Lübeck & Hzgt. Lauenburg
Mein Name ist Bernd Meimberg, einer der Sprecher der VVN-BdA und aktiv in der Friedensbewegung lokal, überregional und bundesweit.

Jedes Jahr am 1. September dem internationalen Antikriegstag erinnert die Friedensbewegung zusammen mit den Gewerkschaften und anderen Organisationen an den Beginn des zweiten Weltkrieges durch die deutsche Wehrmacht, der in seiner Ungeheuerlichkeit alle bisherigen Kriege in den Schatten stellte.

Die Verbrechen der Wehrmacht in den eroberten Ländern waren unvorstellbar grausam – zum Beispiel mit Masakern in Griechenland, Frankreich und Italien, Belgien, Niederlande und anderen Ländern.

Besonders schlimm aber hat die Wehrmacht in den Osteuropäischen Ländern gewütet. In Polen und der Sowjetunion wurden Teile der Bevölkerung umgebracht, oder zur Zwangsarbeit in deutschen Unternehmen verschleppt. Das wurde in der Ausstellung „Vernichtungskrieg – Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“, des Hamburger Instituts für Sozialforschung Jahren gezeigt. Die Völker der Sowjet Union sollten versklavt werden.

Außerdem begann in besetzten Ländern eine Verfolgung und systematische Vernichtung der jüdischen Bevölkerung, der Sinti und Roma, der Homosexuellen, der Kommunisten und all derjenigen, die Widerstand leisteten.

Europa wurde aber nicht nur mit Krieg überzogen, sondern es wurde auch versucht den Faschismus deutscher Lesart europaweit durchzusetzen.
Es ist von großer Bedeutung sich immer wieder in das Gedächtnis zur rufen, dass von deutschem Boden ein Weltkrieg entfesselt wurde.

Alle Versuche diese historischen Wahrheiten zu unterdrücken, zu verharmlosen oder sogar die deutsche Kriegsschuld zu leugnen, um sie der Sowjet Union bzw. jetzt Russland in die Schuhe zu schieben, müssen wir entschieden entgegentreten.

Nun die Weltmachtträume zerplatzten in den Trümmern deutscher Städte. Deutschland verlor weite Gebiete in Osteuropa und war in 2 Staaten gespalten,

Im Jahr 1990 wurde mit der Eingliederung der DDR in die BRD und dem 2 + 4 Vertrag das Ende der Nachkriegszeit mit einer Friedensreglung beschlossen. Mit einem nun vereinten und souveränen Deutschland verbanden die Menschen die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden in Europa und auf Abrüstung – man hatte den kalten Krieg satt. Es wurde auch tatsächlich für eine kurze Periode abgerüstet.

Aber schnell wurde klar, dass mit der schrittweisen Erweiterung der NATO an Russlands Grenzen die Spannungen zwischen Ost und West nicht vorüber waren.
Trotz dieser deutschen Kriegsschuld haben alle Bundesregierung seit 1945 dieser Erweiterung zugestimmt und die Spannungen befördert. Sie haben den sogenannten Kalten Krieg zwischen West und Ost wieder belebt.
Heute stehen wieder deutsche Soldaten im Baltikum – angeblich um die Länder dort vor einem russischen Einmarsch zu schützen.
Seit einigen Jahren vollzieht sich eine Aufrüstung, die für Friedenszeiten beispiellos ist.
Wenn das so weitergeht wird die BRD die größte Militärmacht in ganz Europa auch größer als Russland. Es ist nicht auszuschließen, dass irgendwann auch die BRD über Atomwaffen verfügen möchte.

US -Strategen reden vom „großen Krieg“ gegen Russland den man unter Einsatz von taktischen Atomwaffen gewinnen könnte. Gesteuert wird dieses US-Denken davon,dass man meint, tatsächlich Nuklearoperationen begrenzter Art durchführen zu können. Dabei nimmt man nukleare Gegenschläge Russlands auf europäische Ziele und damit die Vernichtung europäischer Staaten billigend in Kauf.
In einem Atomkrieg sollen es auch deutsche Tornados sein, die Atombomben in das Zielgebiet fliegen. U-Bote der USA bestückt mit Atomraketen kreuzen in der Ostsee.

Kein Aufschrei der Bundesregierung, keine Diskussion im Parlament über die sinnlose Aufrüstung keine Nein zu den Kriegsvorbereitungen der USA und der NATO gegen Russland.
Im Gegenteil sie unterstützt diese Maßnahmen politisch, militärisch und mit viel Geld.
In der EU befinden über zwei Millionen Soldaten mit dem modernsten Kriegsgerät ausgestattet. Es besteht eine ca.10-fache Überlegenheit der NATO gegenüber Russland.

Muss dieser Wahnsinn nicht irgendwann ein Ende haben.?
Kann es nicht sein, dass irgendwann wieder ein verheerender Krieg ausbricht, den dann keiner gewollt hat, der aber trotzdem stattfindet? Denn irgendwann muss doch Primiäre sein.

Aber die Bundesregierung agiert nicht nur in Europa. Sie unterstützt den Krieg in Syrien seit einigen Jahren politisch und mit Waffen. Die Türkei darf kritiklos mit deutschen Panzern und deutscher Drohnentechnologie einen vernichtenden Krieg gegen Syrien und hauptsächlich gegen die Kurden führen.
In Mali versucht die BRD zusammen mit Frankreich auf militärischem Wege sich einen Einfluss in Nordafrika zu sichern. Die Liste deutscher Einmischung militärisch oder durch Waffenexport wird immer länger.
Die Menschen fliehen in die BRD und damit in ein Land, dass an der Zerstörung ihrer Heimat mitgewirkt hat. Das zeigt der Krieg gegen Syrien sehr deutlich.

Krieg verursacht massenhafte Flucht wie wir 2015 auch in Lübeck erlebt haben.
Die Rechtsentwicklung in Deutschland unterstützt diese Politik. Ihr politischer Arm im Bundestag die AfD ist neben der CDU ein uneingeschränkter Befürworter der Aufrüstung und einer Heimatarmee.

Liebe Freundinnen und Freunde!
Klartext ist angesagt!
Wenn nicht wir wer sonst muss vor einer Politik warnen, die zu einem Krieg führen könnte.
Die etablierten Medien verschweigen oder verharmlosen die Situation.

Deutschland hat sich vertraglich verpflichtet, dass von deutschem Boden nur noch Frieden ausgeht. Ohne diese Verpflichtung hätte es keine Vereinigung mit der DDR gegeben.

Nach zwei Weltkriegen im 20. Jahrhundert ist die Konsequenz, die Kriegslogik zu durchbrechen:

„Abrüstung statt Aufrüstung!“

Einen Krieg in Europa verhindern

Atomwaffen – Verbotsvertrag der UNO unterschreiben!

Keine neuen Atombomber für die Bundeswehr

Schluss mit den Militärmanövern

Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr.

Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus
ist die Lehre aus diesem Krieg und immer noch weitgehend Konsens in der deutschen Bevölkerung. Jeglichen Bemühungen von wem auch immer, dieses Vermächtnis zu zerstören, müssen alle Antifaschist*innen entschieden entgegentreten.

Dieses Deutschland hat eine besondere Verantwortung für den Frieden und für eine demokratische Entwicklung.